Hinweise zur Probenentnahme für die Mikrobiologie


Allgemein


1)  Zeitpunkt der Probenentnahme

  • so früh wie möglich von der betroffenen Lokalisation (auch für direkten
    Virusnachweis -> viele Erreger sind in der virämischen Phase am besten nachweisbar)
  • vor einer (z.B. antibiotischen) Therapie; wenn nicht möglich (z.B. bei Notfall-Patienten), im Vorbericht angeben -> Ergebnis evtl. falsch negativ
  • von lebenden oder erst vor kurzer Zeit verendeten Tieren; postmortale bakterielle Übergänge v.a. aus Digestionstrakt, können krankheitsverursachende Keime überwuchern

2Auswahl der Tiere

  • Bestandsproblematik: repräsentative Anzahl von Einzelproben
  • Ergebnisse von ausgewählten Problemtieren nicht auf Bestand übertragbar
  • v.a. bei viralen Erkrankungen kann eine Probenuntersuchung sowohl von erkrankten Tieren als auch von scheinbar gesunden Kontakttieren sinnvoll sein

 

Entnahme /  Probenmengen / Probengefäße

  • Probenentnahme am Übergang vom kranken zum gesunden Gewebe, da hier der Erreger aktiv ist (aus Eiter lassen sich oft keine Bakterien mehr anzüchten)
  • Entnahme möglichst vor Beginn einer Antibiotikatherapie
  • Keine Kontamination mit Umweltkeimen


Probengefäße

  • sauerstoffreduzierende Transportmedien für die Anzucht von Anaerobiern
  • Tupfer oder Material ohne Spezialmedium für die Molekularbiologie, evtl. vor dem Transport mit physiologischer Kochsalzlösung befeuchten
  • bei Verdacht auf spezielle Erreger (z. B. Mykoplasmen) vorher im Labor das geeignete Medium erfragen


Wird nur 1 Tupfer für mehrere Tests (BU, PCR) eingesendet, kann für die letzte(n) Untersuchung(en) zu wenig Material vorhanden sein und die Ergebnisse falsch negativ ausfallen,  daher bitte im Bedarfsfall 2 Tupfer einsenden.

 

speziell für intrazelluläre Erreger

  • möglichst zellhaltiges Material mit Tupfer abstreichen, evtl. Beläge vorher entfernen

Probengefäße:

  • für Mykoplasmen / Chlamydien spezielle Transportmedien
  • für die Virologie Tupfer ohne Medium, evtl. vor dem Transport mit physiologischer Kochsalzlösung befeuchten

 

Parasiten

  • rektal entnommene bzw. frisch abgesetzte Kotprobe einsenden
Probengefäße: leicht, dicht schließende Gefäße
Probenmenge:

Rind, Pferd: 30-50 g 

Schaf, Ziege, Schwein: 10-20 g

Hund, Katze: 5-10 g


    

Urin

  • optimal ist Katheter- oder Punktionsurin (minimiert Kontamination durch Haut/Fell), bei Spontanurin erste Fraktionen verwerfen („Mittelstrahlurin“)


Probengefäße:     sterile Röhrchen             Probenmenge: mind. 5ml

 

Milch

  • Zitze und Zitzenöffnung reinigen und desinfizieren, erste Strahlen abmelken und verwerfen


Probengefäße: sterile Röhrchen              Probenmenge: mind. 5ml

 


Haare und Hautgeschabsel


Dermatophyten:

  • vor Entnahme mit 70%igem Alkohol desinfizieren
  • vom Übergang des veränderten Bereiches zur gesunden Haut, Haare incl. Wurzel (Haare auszupfen)


Milben  

  • vom Übergang des veränderten Bereiches zur gesunden Haut mit einem Skalpell tiefes Hautgeschabsel entnehmen

 

Probengefäße: sterile Röhrchen

 

Proben für die mikrobiologische Beurteilung immer kühl lagern und schnellstmöglichst (kühlgehalten) an das Labor versenden!


VORBERICHT! VERDACHTSDIAGNOSE!
Wir bitten Sie um vorberichtliche Daten bzw. um Angabe Ihrer Verdachtsdiagnose!

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